Hexagonales Bornitrid als Antihaftlösung
Herausforderung
Anhaftungen entstehen, wenn metallische, glasartige oder keramische Oberflächen hohen Temperaturen, Druck oder Schmelzphasen ausgesetzt sind. Dabei intensivieren sich oberflächenenergetische Wechselwirkungen, was zu lokalem Aufschmelzen, Diffusion, Mikroschädigungen und instabilen Grenzschichtbedingungen führt.
Konsequenz
Die hierbei auftretenden adhäsiven Wechselwirkungen führen zu Materialübertrag, Oberflächenschädigung und instabilen Prozessbedingungen. Dadurch steigen Ausschuss, Werkzeugverschleiß und Wartungsaufwand, während die Prozessstabilität sinkt. Mit zunehmender thermischer und mechanischer Belastung verstärkt sich die Adhäsionsneigung deutlich und wird zu einem kritischen Faktor für Wirtschaftlichkeit und Bauteilqualität.
DIE HENZE-Lösung
Hexagonales Bornitrid besitzt außerordentliche Nichtbenetzungseigenschaften, die selbst unter extremen Temperaturen bis zu 2.200°C eine stabile, trennaktive Oberfläche bildet. Seine schichtartige Struktur, die geringe Oberflächenenergie und die chemische Inertheit gegenüber Metallschmelzen und Glas verhindern wirksam Materialanhaftungen und sorgen für reibungsarme Prozesse. Das Ergebnis ist eine deutlich reduzierte Adhäsion und damit mehr Prozesssicherheit, höhere Bauteilqualität und spürbar gesteigerte Wirtschaftlichkeit.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist Bornitrid?
Bornitrid ist eine hochtemperaturbeständige Industrie-Keramik. Es ist ein wahres Multitalent und zeichnet sich durch eine einzigartige Kombination von Eigenschaften aus: Es bietet eine gute Trenn- und Schmierwirkung, exzellente Wärmeleitfähigkeit, eine niedrige Wärmeausdehnung sowie hervorragende elektrisch isolierende Eigenschaften. Zudem ist der Werkstoff hochgradig thermoschockbeständig.
Wofür wird Bornitrid verwendet?
Aufgrund seiner vielseitigen Eigenschaften wird Bornitrid in zahlreichen Hochtemperatur-Anwendungen und verschiedensten Branchen eingesetzt. Zu den typischen Einsatzgebieten zählen die Sintertechnik, Pulvermetallurgie und der Metallguss, wo es als Trennmittel und zum Schutz vor Aufkohlung dient. Es wird im Hochtemperatur-Ofenbau, beim Aluminium-Strangpressen, in der Schweiß- und Laserbearbeitung sowie zur Herstellung wärmeleitfähiger Kunststoffe eingesetzt. Sogar unter den extremen Bedingungen im Weltraum, etwa zur elektrischen Isolation in Plasmaantrieben für Satelliten, hat sich Bornitrid bewährt.
In welchen Formen gibt es Bornitrid?
- HeBoSint® (Bauteile): Gesinterte Präzisionsbauteile, die leicht bearbeitbar, thermisch extrem hoch belastbar und elektrisch isolierend sind.
- HeBoCoat® (Beschichtungen): Flüssige Beschichtungen (auf Wasser- oder Lösemittel-Basis), die für optimale Trenn- und Schmiereffekte auf Oberflächen sorgen.
- HeBoFill® (Pulver): Vielseitig einsetzbare Pulver, die unter anderem als Füllstoffe die Wärmeleitfähigkeit von Kunststoffen verbessern.
- HeBoLub® (Schmierstoff-Additiv): Eine Dispersion mit hochkonzentrierten, feinen Bornitrid-Partikeln in Öl, die Reibung und Verschleiß effektiv minimiert.
Ist Bornitrid eine Alternative zu PTFE oder PFAS?
Ja, absolut. Wenn Sie sich frühzeitig auf ein mögliches PFAS-Verbot vorbereiten möchten und eine PTFE-Alternative suchen, ist Bornitrid die ideale Lösung. Es ist physiologisch unbedenklich, sehr gut verträglich mit Kunststoffen sowie Dichtungen und behält seine schmierende Wirkung selbst unter extremsten Bedingungen.
Kann Bornitrid im Lebensmittelbereich eingesetzt werden?
Ja, für sensible Bereiche haben wir spezielle Produkte im Portfolio. Unsere Pulver HeBoFill® LL-SP 010 und HeBoFill® LL-SP 050 sind NSF-zertifiziert (Kategorie HX-1). Sie dürfen in Schmierstoffen verwendet werden, bei denen ein unbeabsichtigter Lebensmittelkontakt entstehen kann, was den Einsatz in und um die Lebensmittelverarbeitung sicher und möglich macht.
Wo werden die Bornitrid-Produkte hergestellt?
Wir fertigen unsere Bornitrid-Produkte direkt an unserem Unternehmensstandort in Lauben im Allgäu (Südbayern) – echtes „Made in Germany“. Dabei legen wir großen Wert auf Nachhaltigkeit: Durch ein ausgeklügeltes Energierückgewinnungskonzept können wir beispielsweise Bornitrid-Sinterkörper mit regenerativer Energie fertigen.
Warum entstehen in industriellen Prozessen häufig ungewollte Anhaftungen?
Überall dort, wo hohe Temperaturen, Druck oder Schmelzen auf Werkzeuge und Bauteile treffen, entstehen bei der Verarbeitung von Metall, Glas oder keramischen Werkstoffen sehr häufig ungewollte Anhaftungen. Diese können den Prozess stören, die Werkzeuge verschleißen lassen und extrem aufwendige Reinigungsarbeiten nach sich ziehen.
Wie verhindern Bornitrid-Produkte von Henze BNP das Festsetzen von Materialien?
Bornitrid ist ein wahres Multitalent und besitzt von Natur aus eine exzellente Trenn- und Schmierwirkung. Durch den Einsatz von gesinterten HeBoSint®-Bauteilen, HeBoFill®-Pulvern oder flüssigen HeBoCoat®-Beschichtungen wird eine extrem temperaturbeständige Antihaftwirkung auf den Oberflächen erzeugt. Diese Schicht ist chemisch inert und verhindert zuverlässig, dass Prozessmedien oder heiße Metallspritzer an den Bauteilen haften bleiben.
In welchen konkreten Anwendungen ist die Antihaft- und Trennwirkung von Bornitrid besonders gefragt?
- Sintertechnik: HeBoSint®-Unterlagen und HeBoCoat®-Beschichtungen verhindern zuverlässig das Anbacken des Sintergutes an der Unterlage.
- Schweiß-, Löt- und Laserbearbeitung: Die Beschichtungen schützen Schweißdüsen, Lötspitzen und Werkstücke vor dem unerwünschten Anhaften von Schweiß-, Lot- und Metallspritzern. In der Laserbearbeitung reduzieren sie zudem die Gratbildung, da Schmelzreste leichter abfließen können.
- Metallguss & PVD-Anlagen: HeBoCoat® verleiht Rinnenmaterialien im Guss den nötigen Trenneffekt und erleichtert die Reinigung. Auch metallische Abschirmrahmen in PVD- und Plasma-Anlagen lassen sich durch den Antihaft-Effekt deutlich leichter reinigen, was wertvolle Prozesszeit spart.